- Mit Kunst für neue Ideen gegen den Leerstand

Die Zwischennutzungsagentur informiert zum Projekt „Gegensätze“

Um auf die leerstehenden Ladenlokale aufmerksam zu machen, hat die Zwischennutzungsagentur Wuppertal gemeinsam mit Künstlern das Projekt „Gegensätze“ gestartet. Entstanden sind kunstvolle Ansichten, die den Betrachter zum Nachdenken anregen.

Ein trister Anblick sind die leeren Schaufenster in vielen Wuppertaler Straßen. Anders jedoch wird es, wenn das Schaufenster zurück sieht. So wie das des ehemaligen Euro-Grills in der Wülfrather Straße. Hier erwidert ein riesiges Auge den Blick des Betrachters, getreu dem Motto „Sehen und gesehen werden“. Verantwortlich für das Bild ist der Wuppertaler Graffiti-Künstler Martin Heuwold. Gemeinsam mit dem Designer Kolja Kunstreich hat er das Konzept für dieses Projekt entworfen. Die Idee: Nicht einfach nur Kunst auszustellen, sondern mit der Kunst den Gegensatz deutlich zu machen zwischen „lebendigen“ Schaufenstern und der Öde der verlassenen Geschäfte. Und so sind die Leinwände, die in Heuwolds Atelier entworfen und angefertigt werden, ganz in Schwarz und Weiß gehalten. Dadurch soll der Blick auf das Wesentliche gerichtet und die Problematik unterstrichen werden. Wie zum Beispiel auch in der Westkotter Straße. „Zu vermieten“ steht in riesigen Buchstaben auf den fünf Schaufenstern des leeren Eckgeschäftes, aber auch hier lassen Augen den Betrachter stutzen und innehalten.
Anders im ehemaligen Fahrradgeschäft Willy Müller in der Luisenstraße. „Fressen und gefressen werden“: Hier greifen Fische die nicht immer eindeutige Opfer/Täter-Thematik bei Vermietung und Leerstand auf.
„Ziel ist es, Menschen neue Ideen für das Zusammenleben im Stadtteil, die ungenutzten Ladenlokale und sich selber zu geben“, so Thomas Weyland von der Zwischennutzungsagentur, der das Projekt initiiert hat. Er und Heuwold hatten sich schon vor zwei Jahren bei der Gestaltung des Trafo-Häuschens auf dem Schusterplatz kennen gelernt.
Vier weitere Ladenlokale werden Heuwold und Kunstreich noch „umrüsten“, in der Schreiner-, der Marien- und der Simonstraße und an der Briller Straße. Sie alle sollen ein Bewusstsein wecken für die Missstände in den Stadtteilen, aber auch zum Nach- und zum Umdenken anregen und letztendlich zu neuen Perspektiven und Ideen führen.
Ausführliche Dokumentation unter:
www.gegen-sätze.de


31.08.2010 15:18